Der Gründergedanke — aktueller denn je: »Selbstverständlich Teil der Gesellschaft sein«

»Der Verein — gegründet im Jahr 1962, um mehr gesellschaftliche Akzeptanz für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Angehörigen zu schaffen.«


# 9/2017 / LEBENSHILFE LUDWIGSBURG

Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für Menschen mit Behinderung voranzubringen, ist seit je her das vorderste Ziel der Lebenshilfe Ludwigsburg. Längst sind wir mit vielfältigen Wohn-und Freizeitangeboten für viele Teilnehmer und Bewohner zu einem Begriff für „Zuhause“ und „Freizeit“ geworden. Menschen mit Behinderung sollen dabei nicht in Sonderwelten leben, sondern die gleichen Möglichkeiten haben wie alle anderen auch. Dieses Ziel beschreibt der Begriff "Inklusion", der für uns Motivation und Ausdruck eines Weges ist, auf den sich unsere Bewohner und Teilnehmer gemeinsam mit Mitarbeitern und ehrenamtlichen Kräften täglich auf´s Neue begeben.   

 

 EIN BLICK ZURÜCK  

Nachdem am 23.11.1958 auf Initiative von Eltern, Pädagogen und Wissenschaftlern die Bundesvereinigung „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind“ mit Sitz Marburg gegründet wurde, taten sich in vielen größeren Städten und Gemeinden betroffene Eltern zusammen und gründeten Ortsvereine. Am 29.11.1962 gründete der 2016 verstorbene Hilfsschullehrer Kurt Kuntz die „Ortsvereinigung Ludwigsburg“.

Während derzeit das gemeinsame Lernen in der Schule breit und kontrovers diskutiert wird, war es seinerzeit eines der Hauptanliegen der Gründung der Lebenshilfe, sich für ein Recht auf Schule für Kinder mit Behinderung einzusetzen. Menschen mit Behinderung galten damals als "bildungsunfähig". Seit dem hat sich vieles verändert. Über die Jahre haben sich die Angebote und Dienste der Lebenshilfe kontinuierlich professionalisiert. Geblieben ist die enge Identifikation mit der Selbsthilfe. Aus diesem Grund ist es für uns selbstverständlich, die Anliegen von Menschen mit Behinderung als "Experten in eigener Sache" und ihren Angehörigen, beispielsweise über die Vorstandsarbeit, eng einzubeziehen und "auf Augenhöhe" zu diskutieren.